


Dieser Einsatz geschieht auf mehreren Ebenen: In den Bezirken und Gemeinden durch Einzelne und Gruppen (z.B. für die Umweltzertifizierung von Gebäuden). In den drei Konferenzen der EmK sind ständige Ausschüsse für GFS tätig. Auf nationaler Ebene gibt es die Fachgruppe für GFS. Sie ist eine von fünf Arbeitsgruppen der Kommission für diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung.
Wir sind vernetzt mit der Friedensbewegung (Kooperation für den Frieden, siehe "Links"), Church&Peace und wirken mit im ökumenischen konziliaren Prozess für GFS, der seinen Ausgangspunkt in der Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen 1983 in Vancouver nahm.
Der Ausschuss für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung brachte die Beschlussvorlage ein, die mit überwältigender Mehrheit verabschiedet wurde und der Bundesregierung und der Presse zugeleitet werden soll.
„Die Mitglieder der Tagung der Süddeutschen Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche vom 9. bis 13. Juni 2010 in Esslingen erfüllen die ersten Informationen über die Sparbeschlüsse der Regierungskoalition vom 6./7. Juni 2010 mit großer Sorge: Wir bitten die Bundesregierung eindringlich, den Bundeshaushalt nicht auf Kosten der sozial schwachen Menschen zu entlasten, um eine weitere Spaltung der Gesellschaft zu vermeiden.“
Der Ausschuss ließ sich bei seiner Initiative von dem Gedanken leiten, dass Versäumnisse bei der nationalen und internationalen Finanzmarktregulierung nicht auf Arme und sozial Schwache abgewälzt werden dürfen. Die Regierung muss für eine ausgewogene Lastenverteilung sorgen, wobei davon auszugehen ist, dass starke Schultern mehr tragen können als schwache.
Wie passen überhaupt die Kürzungen bei den Sozialausgaben in verschiedenen europäischen Ländern mit dem Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung zusammen, das die EU für 2010 ausgerufen hat?
Die Generalkonferenzbehörde verurteilt in einer Stellungnahme vom 3. Juni 2010 den militärischen Einsatz der israelischen Truppen gegen die internationale Solidaritätsflotte vor der Gaza-Küste, bei dem es Tote und Verletzte gab. Sie weist darauf hin, dass die Evangelisch-methodistischen Kirche (United Methodist Church) seit langem für die friedliche Beilegung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern eintrete. Sie glaubt, dass nur Verhandlungen und Diplomatie, nicht aber Methoden der Gewalt und des Zwangs zum Ziel führen (Resolution der UMC von 2008). Der Sturm auf den Hilfskonvoi in internationalen Gewässern sei mehr als ein Akt der Piraterie. Er sei symptomatisch für eine breiter angelegte, hoffnungslos fehlerhafte Politik der Unterwerfung des palästinensischen Volks durch Israel, angeblich zum Schutz der eigenen Sicherheit. Die USA würden sich an dieser fehlerhaften Politik mitschuldig machen.
Die Stellungnahme hebt hervor, dass die Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche das Recht Israels anerkennt, innerhalb sicherer Grenzen zu leben. Zusammenfassend bringt sie zum Ausdruck, dass Israel die Existenzberechtigung eines lebensfähigen, souveränen Staates Palästina anerkennen und mit der Umsetzung der Zweistaatenlösung durch ernsthafte Friedensverhandlungen sofort beginnen muss. Ein erster Schritt Israels wäre, die Blockade von Gaza beenden!
Die Fachgruppe GFS der Evangelisch-methodistischen Kirche ist überzeugt: Es gibt keine Sicherheit Israels ohne Gerechtigkeit für das palästinensische Volk! Diese Erkenntnis wird in der Praxis dazu führen, dass die Gewalt auf beiden Seiten ein Ende findet. Auch die israelische Friedensbewegung, deren Standpunkte hier in Deutschland leider kaum bekannt sind, vertritt diese Meinung.
Lesen Sie den ganzen englischen Text der Stellungnahme des General Board of Church and Society im Anhang!
Er beginnt mit folgenden Worten: „Gottes Schöpfung ist in der Krise. Wir, die Bischöfe und Bischöfinnen der Evangelisch-methodistischen Kirche können nicht schweigen, wenn Gottes Menschheit und Gottes Planet leiden.“ Das Dokument weist auf drei zusammenhängende Problemkreise der Handlungsfelder Gerechtigkeit, Schöpfung und Frieden hin: Armut und Krankheit, Umweltfragen sowie Waffen und Gewalt. Gott befähigt uns zur Antwort. Diese Antwort wird in drei Empfehlungen der Bischöfe entfaltet:
Außerdem teilen die Bischöfe und Bischöfinnen neun Selbstverpflichtungen mit. Sie laden dazu ein, sich mit dem Bischofsbrief und dem Grundlagendokument zu beschäftigen und die darin enthaltenen Themen zu vertiefen. Der Text wird in einem EmK-Forum-Heft (Bestellung bei blessings4you) zusammen mit dem Grundlagendokument veröffentlicht.
Weiterhin bringen sie zum Ausdruck, "wie wichtig weitere Schritte in den USA und in aller Welt sind, um das Anliegen der umweltbezogenen Heiligung in die Gemeinden zu tragen und die Politik zum wirkungsvollen Handeln herauszufordern", so Bischöfin R. Wenner und sie betont: "Wir Europäer sind aufgerufen, uns auch an weiter gehende Verabredungen zu erinnern und sie umzusetzen."
Die Studie „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt“ (Fischer Taschenbuch 2008) ist ein Kooperationsprojekt von Brot für die Welt, Bund Naturschutz (BUND) und dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED). Sie thematisiert Fragen an der Schnittstelle zwischen Entwicklungspolitik, Klima- und Umweltschutz und einer gerechten Gestaltung der Globalisierung. So soll die Bildungsarbeit in den Kirchen angestoßen und die gesellschaftliche Debatte in Deutschland zu nachhaltiger Entwicklung befördert werden.
Einige Kernbotschaften daraus:
1. Ausstieg aus der Wachstumsfalle
Die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen und der Kampf gegen die weltweite Armut sind die zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Statt einseitig auf wirtschaftliches Wachstum und technologische Effizienz zu setzen müssen alternative Entwicklungswege jenseits der Wachstumsfalle aufgezeigt werden.
2. Keine Ökologie ohne Gerechtigkeit – keine Gerechtigkeit ohne Ökologie
Wir in Deutschland tragen Mitverantwortung für die Auswirkungen, die unsere Art zu leben und zu wirtschaften für die Menschen in anderen Teilen der Welt hat. Energie- und materialintensive Wirtschaftsformen beschneiden die Lebenschancen armer Bevölkerungsgruppen im globalen Süden und verschärfen dadurch zugleich die ökologische Krise.
3. Eine Welt der Teilhabe
Inseln des Wohlstands werden Dauer in einem Meer des Elends nicht überleben können.
4. Globalisierung ist gestaltbar
Die Zuspitzung der ökologischen und sozialen Krise ist auch eine Folge der Kapitulation der Politik vor dem globalen Markt.
Über den folgenden Link können Sie die Studie bestellen sowie eine Kurzfassung, Aktions- und Ausstellungsmaterial.

Am 30.4.1989 verabschiedete die Ökumenische Versammlung in der Kreuzkirche in Dresden Wegweisendes, das maßgeblich zur friedlichen Revolution im Herbst 1989 beitrug. Lesen Sie dazu das folgende Zitat unter dem Stichwort „Leben in Solidarität – eine Antwort auf weltweite Strukturen der Ungerechtigkeit“:
„Wesentliche Wurzeln und Triebkräfte der weltweiten Strukturen der Ungerechtigkeit liegen in dem durch kapitalistische, das heißt einseitig marktwirtschaftliche Mechanismen geprägten internationalen Wirtschafts- und Finanzsystem. Es wird bestimmt durch die Sucht nach immer mehr materiellem Wohlstand, die Macht des Geldes und das vorrangige Streben nach Gewinnmaximierung und neigt dazu, Armut zu verhöhnen oder einfach zu ignorieren.“
Lesen Sie mehr über die Geschichte des konziliaren Prozesses seit Vancouver 1983 bis Freising II und einen Ausblick darüber hinaus.